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DVDs selber brennen
Mit diesem Artikel möchte ich einige Grundlageninfos zum Thema DVDs selber brennen vermitteln. Durch die völlig unsinnige Haltung der Hersteller in Puncto Aufzeichnungsformat ist in den letzten Jahren eine Menge Verwirrung entstanden - wie üblich zu Lasten des geneigten Käufers und damit auch zu Lasten der Kassen der Hersteller. Was sich vor Jahrzehnten im Streit um das "ideale" Videokassettenformat (VHS, Video 2000 und Betamax) abgespielt hat, wiederholt sich traurigerweise - offensichtlich hat man nichts gelernt.
Um entsprechenden Flames gleich vorzubeugen: Beim Thema DVD-Formaten scheiden sich die Geister. Das ist mir bekannt, aber völlig irrelevant. Ich will hier über meine persönlichen (sehr umfangreichen) Erfahrungen berichten und die entsprechenden Schlüsse ziehen. Wer da anderer Meinung ist, braucht sich ja nicht an meine Empfehlungen zu halten.
Es gibt beim DVD brennen fünf (nennenswerte) Formate: DVD+R, DVD+RW, DVD-R, DVD-RW und DVD-RAM. Das Format DVD-RAM können wir bei unseren Überlegungen gleich komplett vernachlässigen, da es megateuer und inkompatibel zu praktisch jedem auf dem Markt befindlichen Player ist.
Die jeweiligen R- und RW-Formate sind wie man es von den CDs her kennt einmal bzw. mehrfach beschreibbar - ansonsten kann man aber mittlerweile davon ausgehen, daß Geräte, die DVD+R lesen auch problemlos mit DVD+RW klarkommen, bei den Minus-Formaten entsprechend.
Demzufolge stellt sich eigentlich nur noch die Frage "Plus oder Minus ?".
Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann sich mittlerweile von verschiedenen Herstellern Brenner kaufen, die beides können - sehr zuverlässig ist hier der aktuelle Brenner von LG (GSA4040B). Ansonsten würde ich in jedem Fall das Plus-Format empfehlen. Ich selbst verwende einen HP 300i als Brenner.
Der nächste wichtige Punkt ist die Geschwindigkeit: Wir kennen das pausenlose Aufrüsten der Hersteller bereits vom CD-Bereich. Genauso scheint's auch bei DVDs zu werden. Hierbei ergibt sich aber ein Problem: Während die Angaben für CD-Laufwerke sich auf die Basisgeschwindigkeit von Audio-CDs beziehen (150KB/sec) - sprich 50x also 50x150=7500KB/sec - beziehen sich die Angaben von DVD-Laufwerken auf die DVD-Basisgeschwindigkeit (1380KB/sec), was bedeutet, daß man die DVD-Drive-Angaben mit rund 9 multiplizieren muß, um einen Vergleich mit CDs zu erhalten.
Das bedeutet also, daß die gängige Geschwindigkeit 2,4x bei DVDs 3312KB/Sec - oder ungefähr 22x CD entspricht. Demzufolge ist 4x DVD gleichzusetzen mit 5520KB/Sec oder 37x CD. Damit dürfte sich für 99,9% der User die Frage erübrigen, ob sie auf 8x-Laufwerke warten sollten. Dieser völlig idiotische Marketinggag der Hersteller sorgt nur für Unsicherheit auf dem Markt und wird mehr Ärger bringen, als die sich momentan vorstellen (bisher haben die das Glück, daß es noch keine Rohlinge für 8x gibt). Gehe ich nämlich mal davon aus, wie problematisch 50x CD-Brennen selbst auf einem aktuellen System ist und skaliere die Problemchen dann mal auf die 8xDVD entsprechende Geschwindigkeit von 73,6x hoch, will ich gar nicht wissen, wie die ECHTEN Systemanforderungen aussehen.
Also nochmal in Kurzform: Der Brenner darf ruhig 4x können - aber auch da braucht ihr schon einen richtig ordentlichen PC. 8x wird in den nächsten Jahren wohl der absoluten PC-Elite mit Raid-Festplattenarrays vorbehalten sein, da mir keine Platte bekannt ist, die in OS-Umgebung 11MB/sec für mehrere Minuten konstant und ohne Unterbrechung bringt. Erschwerend hinzu kommt, daß der Laufwerkscache mit steigender Geschwindigkeit immer weniger Zeit überbrücken kann: Schreibe ich 11MB/sec, reicht ein 8MB Cache noch nichtmal um eine Sekunde Unterbrechung zu kompensieren - und BurnProof o.ä. ist eine Notlösung, die bei regelmäßigem Einsatz insbesondere bei Video-DVDs zu Rucklern und Aussetzern bei Abspielen führt.
Nachdem nun geklärt ist, welches Laufwerk zu verwenden ist, bleiben noch die Rohline. Hier muß man festhalten, daß DVD-Brenner wesentlich empfindlicher auf die Medien reagieren als CD-Brenner. Hier hilft nur nachfragen bei anderen Usern bzw. checken der Herstellerempfehlungen. Ich habe beim HP- und LG-Brenner die besten Erfahrungen mit Intenso, Ricoh und Platinum-Rohlingen gemacht.
Ein kleiner Hinweis am Rande: Die Rohlingpreise schwanken mitunter um bis zu 50% - ein Blick ins Internet lohnt sich immer! Ordentliche Rohlinge schlagen derzeit mit rund 1,30€/Stück zu Buche.
Zu guter Letzt bleibt noch die Frage nach der geeigneten Software.
Ich bin beim Umstieg auf DVD-Brenner meinem Favoriten Nero treu geblieben. Dieses unterstützt ab der Version 5 DVD-Brenner, bietet aber im aktuellen 6'er Paket noch einige Zusatzsoftware.
Gebrannt wird eine DVD genauso wie eine CD, Daten-DVDs können auch als Multisession-DVDs gebrannt werden und auch mittels Nero In-CD Packet Writing wie eine Wechselplatte beschrieben werden. Wer Video-DVDs brennen will, muß einige Einstellungen richtig machen, damit die Disc auch auf möglichst vielen Playern läuft. Hierzu empfehle ich das im TF5000->DVD Guide hinterlegte Template zu verwenden, weil dort schon alle Settings richtig gemacht sind.
Wer Sicherungskopien von ungeschützten Video-DVDs erstellen will, muß diese meist recodieren, da sie bis zu 9GB Daten enthalten und auf eine selbstgebrannte Disc nur 4,7GB passen. Hierzu empfiehlt sich z.B. das Programm DVD2One, welches extrem einfach zu bedienen ist. Das Output von DVD2One kann direkt mit dem o.g. Template gebrannt werden.
Kopiergeschützte DVDs dürfen nicht kopiert werden, da hierzu mittlerweile illegale Tools wie Smartripper oder DVD-Decrypter die Schlüssel entfernen müßten und dies durch das neue Urheberrecht unzulässig ist.
BTW: Amazon hat den HP300i derzeit (04.12.03) für 99€(!) im Angebot... Link
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