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Artikel - Festplatte am TF5000 wechseln

Die Vorbereitung

Der TF5000 wird ab Werk mit einer 80GB-Festplatte ausgeliefert. Das ist zwar schon deutlich brauchbarer als die 40GB beim TF4000, aber ein bischen mehr kann man schon brauchen. Deshalb kommt oft schnell der Wunsch nach mehr Kapazität auf.

Aber wie kann man die Platte wechseln ? Eigentlich ganz einfach...

Zuerst müssen wir uns überlegen, welche Platte wird verwenden.

Hierbei steht natürlich die Kapazität im Vordergrund. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Guides gibt es offensichtlich noch einen Bug in der Topf-Firmware, der verhindert, daß Kapazitäten >128GB (?!) genutzt werden können - der Topf funktioniert zwar auch mit größeren Platten, der Mehr-Platz wird aber nicht genutzt. Da davon auszugehen ist, daß dieser Bug demnächst mal behoben wird, würde ich das aber nicht bei der Überlegung zum Kauf einer Festplatte überbewerten.

Topfield verbaut offensichtlich Seagate-Platten mit 5400U/Min. Diese sind aber kaum noch erhältlich - und ein wenig Geschwindigkeitsreserve kann nicht schaden. Ich würde also eine Seagate 7200.7 mit der gewünschten Kapazität empfehlen.

Hier gehen die Meinungen aber stark auseinander: Gerti empfiehlt z.B. Samsung SV1204H mit 5400Rpm und aktiviert sogar noch das Akustikmanagement der Platte (damit dürfte sie nahezu unhörbar sein - aber auch deutlich langsamer). Da ich selbst bei meiner 7200'er Platte bei hohem Füllstand merkliche Schwierigkeiten des Topfs unter Maximallast (gleichzeitig zwei Aufnahmen, ein Playback) feststelle, setze ich eher auf Geschwindigkeit und nehme das lautere Betriebsgeräusch in Kauf.

Wenn der Topf beengt steht oder auf/unter heißen anderen Komponenten platziert ist, sollte man auf jeden Fall den Einbau eines Zusatzlüfters in Erwägung ziehen.

Infos hierzu sind unter Hitzeprobleme mit dem TF5000 endgültig lösen zu finden.

Bevor die alte Platte ausgebaut wird, sollte man natürlich die darauf enthaltenen Daten sichern. Leider scheint es nicht möglich zu sein, die Topf-Daten PC-seitig mit einem Utility wie Partition Magic o.ä. direkt auf die neue Platte zu kopieren - daher bleibt nur der Weg über Altair und später wieder zurück.

Infos zur Übertragung von Daten zum PC gibt's unter TF5000 <-> PC - und wie geht das jetzt ?.

Soviel zu den Vorbereitungen.

Bevor's losgeht, hier der Disclaimer:
Die hier beschriebene Vorgehensweise zum Wechseln der Festplatte im Topf erfordert ein wenig Geschick im Umgang mit elektronischen Geräten. Ich übernehme keine Haftung für Schäden, die durch die Anweldung dieser Anleitung entstehen. Die hier beschriebenen Arbeitsschritte erfordern das Öffnen des Gehäuses und ermöglichen somit ggf. ungeschützten Kontakt mit 220V Netzspannung und dürfen daher nur von qualifizierten Fachleuten durchgeführt werden. Entgegen der sehr verbreiteten Meinung, geht die Verpflichtung des Herstellers, für Produktfehler zu haften nicht durch das Öffnen des Gehäuses verloren. Sofern nicht nachweisbar ist, daß der Anwender den Fehler verursacht hat, muß der Hersteller haften.

Das war der offizielle Teil. Nun eine dringende Empfehlung:
Diese Anleitung ist recht einfach nachzuvollziehen. Wer sich zutraut, eine Platte in einen PC einzubauen, hat auch beim Topf keine Probleme. Wer sich total unsicher ist, sollte ggf. einen Bekannten zu Rate ziehen, der sich besser auskennt.

Der Aus-/Einbau

Zuerst müssen wir den Topf öffnen.

Vorher bitte unbedingt prüfen, ob der Netzstecker gezogen ist!

Zum Öffnen des Gehäuses noch ein Tip von Gerti, der die Zerstörung des Siegels umgeht:

Die Toppis sind in der Regel versiegelt. Das Siegel kann man entfernen, indem man eine dünnen Nadel unter das Siegel scheibt, und zwar in den kleinen Spalt zwischen Deckel und Boden. Nun nimmt man einen normalen Fön und erhitzt damit vorsichtig das Siegel. Ist das Siegel heiß genug, wird der Kleber weich und man kann die Nadel leicht hin- und herbewegen.

Klappt das hin- und herbewegen, zieht man die Nadel vorsichtig in Richtung Boden unter dem Siegel entlang. Ist man am Ende des Siegels angekommen, hebt man das Siegel samt Nadel an und zieht es vorsichtig, stets weiter
fönend, vom Deckel ab. Etwas vorsichtig sein, damit man sich die Finger nicht verbrennt.

Das Siegel sollte so ohne Beschädigung abgehen und man kann es bei Bedarf später wieder aufkleben.

Um das Gehäuse zu öffnen, entfernen wir die beiden Schrauben links und rechts auf der Geräteseite sowie alle Schrauben auf der Rückseite, die den Gehäusedeckel fixieren.

Anschließend wird der Deckel hinten oben gehalten und leicht nach oben (max. 1cm anheben) und hinten gezogen, damit er an der Vorderseite aus der Gerätefront herausrutscht. Jetzt kann er nach oben abgenommen werden.

Spätestens jetzt ist's an der Zeit dafür zu sorgen, daß man keine statischen Entladungen verursacht. Idealerweise sollte man mit einem Antistatikarmband arbeiten, welches man sauber erdet (z.B. an einem blanken Heizungsrohr oder am Schutzleiter einer Steckdose).

Wer kein solches Armband hat, sollte zumindest darauf achten, daß er keine besonders "ladungsfähige" Kleidung trägt (Wolle ist besonders übel) und, daß er sich vor der Arbeit erdet - auch wieder ein blankes Heizungsrohr bzw. den Schutzleiter einer Steckdose anfassen.

Nun stellen wir den Topf so vor uns, daß die Frontseite zu uns gerichtet ist.

An der Rückseite der Platte finden wir zwei Stecker - einen rund 5,5cm breiten Stecker mit dem 40-poligen ATA-Kabel, und einen kleineren 4-poligen Stecker für die Stromversorgung (gelb-, rot-, schwarzes Kabel). Beide Stecker werden vorsichtig abgezogen - insbesondere beim ATA-Kabel bitte nicht verkanten und gleichmäßig am Kabel ziehen, damit es nicht beschädigt wird. Der Stromstecker hat an der Hinterseite zwei überstehende Kanten, an denen man ihn mit einer Spitzzange gut packen kann - dann ebenfalls gleichmäßig abziehen.

Jetzt werden die vier Schrauben gelöst, mit denen der Plattenträger am Gehäuseboden verschraubt ist. Hierzu bitte keinesfalls einen Schraubendreher mit Magnetspitze benutzen - Magneten und Festplatten vertragen sich nicht besonders ;-)

WICHTIG: Auch ausgeschaltete Festplatten sind empfindlich - starke Schläge können sie dauerhaft beschädigen - also bitte vorsichtig mit der Platte umgehen!

Sind die vier Schrauben entfernt, kann man den Plattenträger mit der Platte nach oben aus dem Gehäuse nehmen. Hierbei fädelt man das Strom- und das ATA-Kabel aus der Führung heraus, wenn sie nicht von alleine herausgesprungen sind.

Wir stellen den Plattenträger jetzt auf den Tisch (und zwar so, wie er auch im Topf eingebaut war). Zuerst entfernen wir den kleinen Blechdeckel, indem wir die beiden Schrauben herausdrehen und ihn nach oben abziehen.

Nun werden die vier Schrauben entfernt, mit denen die Platte am Träger festgeschraubt ist.

Die Platte läßt sich nun nach oben abnehmen. Die neue Platte sollte eigentlich die Schraubbefestigungen exakt an gleichen Stellen haben, wie die alte - daher wird sie genau an den Platz am Träger verschraubt, an dem die alte Platte zuvor war. (4 Schrauben)

Hierzu gibt's noch die Low-Noise-Variante von Gerti:

Man kann die Schraublöcher der Platte mit kleinen selbstklebenden Filzplättchen (ca. 1cm Durchmesser und 1mm stark), in die man ein Loch locht (mit einem normalen Locher) bekleben und dann die Platte in die Halterung stecken (es ist Platz genug für die Filzplättchen vorhanden). Die Festplatte sitzt dann saugend in der Halterung und bräuchte eigentlich gar nicht mehr verschraubt werden. Sie kann aber natürlich trotzdem verschraubt werden, wenn man das möchte. Durch diese Filzplättchen wird die Lautstärke nochmals gedämpft.

Jetzt wird noch der kleine Deckel wieder aufgesetzt und ebenfalls verschraubt. (2 Schrauben)

Anschließend wird der Träger wieder im Topf eingesetzt. Hierbei bitte darauf achten, daß das Strom- und das ATA-Kabel wieder dort liegen, wo sie zuvor auch durchgefädelt waren. Ggf. kurz prüfen, ob die Stecker bequem (also ohne verdrehen) an die Platte angesteckt werden können. Das ATA-Kabel hat auf einer Seite eine Nase in der Mitte, die in die Aussparung an der Platte paßt, der Stromstecker ist auf einer Seite abgeschrägt und kann nur mit brachialer Gewalt falschherum eingestekt werden.

Nun wird der Träger mit den vier Schrauben wieder am Gehäuse festgeschraubt und anschließend die beiden Plattenstecker angesteckt und auf korrekten Sitz geprüft. (Der Stromstecker kann manchmal recht schwergängig sein)

Abschließend das Gehäuse prüfen, ob man noch irgendwelche Schraubenschlüssel, Schrauben o.ä. drin liegengelassen hat, dann den Deckel aufsetzten. Hierzu wird der Deckel grob platziert und dann von oben aufgesetzt. Damit er bis auf die richtige Höhe heruntergeschoben werden kann, muß er leicht nach hinten versetzt sein, da vorne am Deckel eine Leiste ist, die später in die Frontplatte greift. Hat man den Deckel auf der Normalhöhe, hebt man ihn hinten leicht an und schiebt ihn nach vorne (dabei darauf achten, daß die Nase in die Frontplatte greift). Sobald der Deckel richtig sitzt, werden die Schrauben auf den Seiten und hinten wieder eingedreht.

Nun kann der Topf einem Funktionstest unterzogen werden. Die neue Platte muß vor der Verwendung auf jeden Fall formatiert werden.

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