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2. Ausgabe vom 04.09.03
(Ich habe die neuesten
Verbesserungen zwar im Text eingebaut, aber leider noch keine Gelegenheit
gehabt, die Bilder zu aktualisieren)
Nachdem die anfängliche Freude über meinen Topfield abgeklungen war, ging's ans Eingemachte: Wie bekomme ich die aufgenommenen Sendungen auf den PC ?
Festplatte ausbauen ist nicht - das war mir zu umständlich. Wechselrahmen ist ein bissel unprofessionell, weil's nur mit massiven externen Verunstaltungen machbar ist.
Nach stundenlangem Suchen und Überlegen bin ich zu dem Schluß gekommen, daß ein USB2-Port realisierbar sein müßte.
Der TF4000 kann per USB2 am PC angeschlossen
werden um die Daten von der Festplatte auszulesen, ohne daß diese ausgebaut
werden muß.
Durch USB2 ist die Platte praktisch genausoschnell, wie wenn sie direkt
eingebaut wäre. Da alle Controller abwärtskompatibel sind, kann das Ganze
aber auch (natürlich langsamer) an USB1.1 betrieben werden.
Nachdem ich ein externes USB2-Gehäuse zerlegt hatte, habe ich festgestellt, daß der eigentliche Controller, der die Wandlung der IDE/USB-Signale vornimmt, recht klein ist (so um die 6x4cm). Da im TF-Gehäuse ja einiges an Platz ist, war klar, daß man das Ding problemlos unterbringen könnte. Der Frage war dann natürlich, wie man die Festplatte an den Controller bekommt.
Die naheliegende Überlegung war, einen Umschalter reinzubauen, der die Festplatte vom TF-Board trennt und mit dem USB-Controller verbindet. Diese Idee ist aber nicht so richtig toll, weil man a) einen Schalter braucht, der 40 Pole umschaltet, b) entsprechend 120 Adern verlöten muß und c) das Ganze vermutlich bei der IDE-Übertragung stört.
Die andere Variante war, das TF-Board, den Controller und die HD an ein IDE-Kabel mit drei Abgriffen zu hängen und sicherzustellen, daß nie das TF-Board und der Controller gleichzeitig in Betrieb sind.
So ist das zwar praktikabel, das Problem liegt aber in der Stromversorgung. Während der USB-Controller aktiv ist, muß das gesamte TF-Board stromlos sein, damit es nicht "dazwischenfunkt". Das würde bedeuten, daß man eine ganze Latte Spannungsleitungen vom Netzteil aus abkoppeln muß - ohne massive Umbauten am TF selbst unmöglich.
Dann ist mir aufgefallen, daß das Netzteil des USB-Gehäuses so klein ist, daß es ebenfalls in den TF reinpaßt. Also: Platte wird immer vom neuen Netzteil versorgt. Ein Kippschalter schaltet in der einen Position den TF stromlos und den USB-Controller an bzw. umgekehrt.
So funktioniert's.
Bevor's losgeht, hier der
Disclaimer:
Die hier beschriebene Modifikation des TFs ist experimentell und ich
übernehme keine Haftung für Schäden, die durch die Anweldung dieser
Anleitung entstehen. Die hier beschriebenen Arbeitsschritte erfordern den
ungeschützten Umgang mit 220V Netzspannung und dürfen daher nur von
qualifizierten Fachleuten durchgeführt werden. Selbstverständlich geht die
Garantie durch diese Modifikation des TFs verloren.
Das war der offizielle Teil.
Nun eine dringende Empfehlung:
Ich habe diese Anleitung absichtlich NICHT idiotensicher gemacht - wer das
Folgende nicht vollständig versteht, sollte wirklich und echt ehrlich die
Finger davon lassen!
Teileliste
1x 2-fach UM-Kippschalter
1x USB-IDE-Controller (Platinengröße in meinem Fall 3,5cm x 6,5cm)
1x 220V-12/5V-Netzteil (Größe in meinem Fall 5cm x 17cm x 3cm) Leistung ausreichend für Platte und USB-Controller
1x Relais 1-fach EIN, Schaltleistung 220V AC/0,25A oder mehr, Spulenspannung 12V DC
1x USB-Kabel (vom Controller zum PC)
8cm PC-Lüfter (vorzugsweise Papst) 12V
ein paar cm Netzkabel Durchmesser 1,5mm
ca. 1,5m zweiadriges Kabel Durchmesser 1mm
ein paar Lüsterklemmen
Heißklebepistole
Metallbohrer für den Kippschalter
Die Beschaltung der Einbauten sieht so aus:
Zuerst benötigt man einen USB-Controller und ein Netzteil. Beides sollte natürlich ins TF-Gehäuse reinpassen. Idealerweise nimmt man die Teile aus einem externen USB-Gehäuse, da dann das Netzteil auch ausreicht, um die HD zu versorgen. Ich habe mein Gehäuse bei Alternate.de gekauft.
Der Controller sollte (mit eingestecktem USB-Stecker) in die Lücke zwischen TF-Netzteilplatine und der Frontplatte (dort wo der On/Off-Schalter des TFs ist) passen. Sitzt der Stecker nicht satt in der Buchse, kann man ggf. mit etwas Heißkleber nachhelfen... Um Berührungen der Controller-Platine mit der TF-Frontplatine und dem Netzteil zu verhindern, habe ich unter dem Controller ein L-Winkelstück aus Pappe eingepaßt.
Das Netzteil muß in den Freiraum neben der Festplatte in Richtung der Modulschächte reinpassen.
Nun wird die Platte inkl. dem Halterahmen ausgebaut. Ein handelsübliches IDE-Kabel mit drei Abgriffen wird am TF-Mainboard angesteckt (normalerweise sind die Anschlüsse unregelmäßig am Kabel verteilt. Zwei Anschlüsse liegen dichter beieinander. Dieses Ende des Kabel kommt ans Board).
Jetzt das Netzteil des USB-Gehäuses sorgfältig abisolieren (damit es keinen Kontakt mit dem später darunterliegenden TF-Board bekommen kann) und lose plazieren. Das Stromversorgungskabel mit dem Anschluß für die Platte wird so verlegt, daß es später unter dem Plattenrahmen durchläuft. Am Anschluß des Netzteils wird zusätzlich noch mittels einer Doppelader 1mm-Kabel die Versorgungsspannung für das Relais (12V) abgegriffen. Die Kabellänge sollte so gewählt werden, daß sie bis zum für das Relais vorgesehen Platz ausreicht. Desweiteren wird der Lüfter am 5V-Ausgang des Netzteils angeschlossen. Der Lüfter wird nun mit Heißkleber über den beiden CI-Slots am Gehäuserahmen befestigt. Die Luftrichtung muß nach unten gerichtet sein.
Nun Plattenrahmen wieder einbauen und dabei das IDE-Kabel mit dem mittleren Anschluß zur Platte führen. Der dritte Anschluß (am langen Kabelende) wird wieder zurück unter den Rahmen und von dort auf der anderen Seite raus (Richtung TF-Netzteil) geführt. Der HD-Stromstecker vom TF-Board wird am Besten unter dem Rahmen verstaut - er wird nicht benötigt. Sinnvollerweise sollte man den Plattenrahmen noch nicht endgültig verschrauben, sondern nur lose fixieren, da man ihn später ohnehin noch mal anheben muß, um verschiedene Kabel drunterzupacken.
Der USB-Controller wird nun im Leerraum hinter dem Ein-/Aus-Taster des TFs (also vor dem TF-Netzteil) verstaut und ans IDE-Kabel angeschlossen.
Nun muß noch das USB-Kabel nach draußen geführt werden. Ich habe hierzu die Platine mit der seriellen Schnittstelle und dem SPDIF-Port ausgebaut und von der Aussparung der seriellen Schnittstelle nach oben gefräst. Dann das Kabel durch die Aussparung stecken und nach oben in die Ausfräsung schieben. Danach kann die Platine wieder eingebaut werden.
Zuletzt muß an der Gehäuserückseite in der Nähe des Netzteils ein 2xUM-Schalter gesetzt werden. Jetzt den Schalter so anschließen, daß er in der einen Stellung die Stromversorgung des USB-Controllers durchschaltet, in der anderen Stellung die des Relais. Anschließend noch das Relais verbinden und so anschließen, daß es im stromlosen Zustand die 220V-Versorgung des Topf-Netzteils abtrennt. Mein Relais hat praktischerweise perfekt in die Lücke zwischen Festplattenrahmen und der Platine für SPDIF und RS232 gepaßt. Ich habe die Anschlüsse nach dem Verlöten sorgfältig mit Heißkleber vergossen und so isoliert. Der Stromstecker der Platte klemmt das Relais dann in seiner Position fest.
Zum Abschluß werden nun die Kabel noch sauber verlegt und ggf. mit Kabelbindern fixiert.
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Zuletzt wird der Stromstecker vom zusätzlichen Netzteil an der Platte angeschlossen.
Fertig.
Wichtig bei der Geschichte ist, alle Teile, die man einbaut - d.h. den Kippschalter, das Relais, die Controller-Platine und das zusätzliche Netzteil absolut sauber zu isolieren, damit keine Kontakte zwischen diesen Teilen und der TF-Hardware entstehen.
Grundsätzlich sollte das Ganze zwar bei eingestecktem Netzschalter umschaltbar sein (sofern der TF auf Standby steht bzw. der PC nicht auf die HD zugreift), ich rate aber dringend davon ab. Ich empfehle, immer den Netzstecker zu ziehen und dann umzuschalten. Wird während Plattenzugriffen umgeschaltet, kann man recht sicher sein, daß Daten verloren gehen.
Im "Topf-Modus" schaltet der Topf die Platte bei Wechsel in den Standby ab. Dies geschieht offensichtlich über IDE-Befehle für Standby und nicht durch Trennung der Stromversorgung. Dadurch funktioniert dies auch weiterhin, wenn die Platte durch das USB-Netzteil versorgt wird.
Im "USB-Modus" läuft die Platte vermutlich bei den meisten USB-Controllern permanent. Da man den USB-Modus aber normalerweise nur zum Kopieren der Daten verwendet und anschließend sofort wieder auf Topf-Modus geht, damit z.B. programmierte Aufnahmen auch durchgeführt werden können, ist dies m. E. nicht von Bedeutung.
Der Topf speichert seine Einstellungen und Programmierung offensichtlich in gepuffertem oder nichtflüchtigem RAM. Sie gehen durch die vollständige Netztrennung nicht verloren. Wie lange sie allerdings erhalten bleiben kann ich nicht sagen. Ich hatten den Topf aber schon mehrere Stunden vom Netz getrennt (sprich im USB-Modus), ohne daß was verloren gegangen wäre.
Nach der Rückkehr aus dem USB-Modus steht die Topf-Uhr auf "00:00" - man sollte ihn daher kurz anschalten und ein beliebiges Programm einige Sekunden laufenlassen, damit sich die Uhr wieder synchronisiert und Aufnahmen korrekt stattfinden können.
Der Lüfter läuft in der gezeigten Variante permanent - d.h. auch im Standby des Topfs. Da er unhörbar ist, stört dies nicht weiter, ein Schönheitsfehler ist's aber allemal. Man könnte eine temperaturabhängige Lüftersteuerung so modifizieren, daß sie nicht zwischen 50% und 100% der Leistung regelt, sondern zwischen 0% und 50% - d.h. sobald die Temperatur unter den "jetzt-muß-er-aus-sein"-Grenzwert fällt, regelt die Steuerung den Lüfter auf 0 und schaltet ihn damit ab.
Alternativ könnte man sich auch eine 5V-Leitung vom Topf-Netzteil suchen, die nur im Betrieb aktiv und im Standby stromlos ist. Dann würde der Lüfter nur bei aktivem Topf laufen. Da im USB-Modus nur die Platte und das USB-Netzteil als Wärmequellen agieren ist hier sicher keinen aktive Kühlung notwendig.
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